Reisen mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen Düsseldorf: PRM-Service & Rollstuhlhilfe
Der Düsseldorf Airport (DUS) ist barrierefrei ausgebaut und stellt für Passagiere mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkungen umfassende Hilfsangebote bereit. Nach der europäischen Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 haben Passagiere Anspruch auf kostenlose Unterstützung von der Ankunft am Flughafen bis zum Sitzplatz im Flugzeug. In diesem Leitfaden erfahren Sie alles über den offiziellen PRM-Service am Düsseldorf Airport, wie Sie den Rollstuhlservice am Flughafen Düsseldorf anfordern, wo sich barrierefreie Treffpunkte und Rufsäulen befinden und welche Sonderregelungen für das barrierefreie Parken am Düsseldorf Flughafen gelten.
PRM-Service am Düsseldorf Airport: Ablauf und Anmeldung
Die Betreuung von Passagieren mit eingeschränkter Mobilität (PRM = Passengers with Reduced Mobility) wird am Flughafen Düsseldorf durch geschultes Betreuungspersonal (Dienstleister Klüh Aviation im Auftrag des Airports) durchgeführt. Der Service ist für Fluggäste vollständig kostenlos. Ein amtlicher Schwerbehindertenausweis ist nicht zwingend erforderlich – jeder Reisende, der auf Unterstützung angewiesen ist, hat Anspruch auf Hilfe.
Schritt 1: Anmeldung bei Airline oder Reiseveranstalter (48-Stunden-Frist)
- Melden Sie Ihren Betreuungsbedarf spätestens 48 Stunden vor Abflug bei Ihrer Fluggesellschaft oder Ihrem Reisebüro an.
- Geben Sie dabei den passenden internationalen Mobilitätsgrad an:
- WCHR (Wheelchair Ramp): Sie können kurze Strecken und Treppen selbstständig gehen, benötigen den Rollstuhl aber für längere Wegstrecken im Terminal.
- WCHS (Wheelchair Steps): Sie können kurze Strecken ebenerdig gehen, aber keine Treppen steigen.
- WCHC (Wheelchair Cabin): Sie sind dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen und benötigen auch innerhalb der Flugzeugkabine Unterstützung bis zum Sitzplatz.
- DPNA: Fluggäste mit kognitiven, geistigen oder sensorischen Beeinträchtigungen, die eine Begleitung benötigen.
Schritt 2: Eintreffen am Flughafen
- Planen Sie am Abflugtag ausreichend Puffer ein und treffen Sie mindestens 2 bis 2,5 Stunden vor dem Abflug am Flughafen ein.
- Melden Sie sich nach Ihrer Ankunft an einer der ausgewiesenen Rufsäulen, an den Informationsschaltern im Terminal oder direkt am Check-in-Schalter Ihrer Fluggesellschaft.
Treffpunkte & Rufsäulen am Düsseldorf Airport
Sollten Sie ab dem Bahnhof, Parkplatz oder Terminaleingang Unterstützung benötigen, stehen über das gesamte Flughafengelände spezielle PRM-Kontaktpunkte zur Verfügung:
- Flughafen-Fernbahnhof (Düsseldorf Flughafen): Rufsäulen und Treffpunkte am Bahnsteig sowie über die 3-S-Zentrale der Deutschen Bahn.
- SkyTrain-Stationen: Gegensprechanlagen und Rufsäulen an den Haltestellen Bahnhof und Terminal.
- Terminal-Vorfahrt (Abflugebene): Rufsäulen im Außenbereich unmittelbar vor den Eingängen zu den Flugsteigen A, B und C.
- Parkhäuser: Gegensprechanlagen an den Ein-/Ausfahrten, Kassenautomaten und Aufzugsbereichen der Parkbauten P1, P2, P3, P7 und P8.
- Informationsschalter im Terminal: Zentrale Anlaufstellen auf der Abflugebene sowie in der zentralen Ankunftshalle (nahe Gepäckband 6).
Das PRM-Team holt Sie am vereinbarten Treffpunkt ab, unterstützt beim Gepäck und begleitet Sie durch den Check-in, die Sicherheitskontrolle bis zum Flugzeug.
Barrierefrei parken am Düsseldorf Flughafen: Behindertenparkplätze & Tarife
Für das Flughafen Düsseldorf Behinderten-Parken stehen in allen Parkhäusern und auf ausgewiesenen Außenflächen reservierte Stellplätze bereit. Diese sind extra breit angelegt und befinden sich stets in unmittelbarer Nähe zu Aufzügen oder ebenerdigen Ausgängen.
Voraussetzung für Sonderregelungen
Um einen ausgewiesenen Behindertenparkplatz am Flughafen Düsseldorf zu nutzen oder Parkerleichterungen in Anspruch zu nehmen, ist der blaue EU-Parkausweis (Merkzeichen aG für außergewöhnliche Gehbehinderung oder Bl für Blindheit) gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe zu legen. Der nationale Schwerbehindertenausweis allein berechtigt im öffentlichen Verkehrsraum nicht zum Parken auf Behindertenstellplätzen.
Parkbereiche im Überblick:
- Terminalnahe Parkhäuser (P1, P2, P3, P7):
- Ausgewiesene Stellflächen auf den Ebenen mit direktem Terminalzugang.
- Aufzüge, rollstuhlgerechte Automatentüren und barrierefreie Notrufsprechstellen sind vorhanden.
- Reguläre Tarife gelten; P1 bietet den wettergeschützten Direktzugang zur Abflughalle.
- Parkhaus P8 (50 % Rabatt bei Online-Reservierung):
- Reisende mit Schwerbehinderung (blauer EU-Parkausweis) erhalten im Parkhaus P8 bei vorheriger Online-Buchung über das offizielle Buchungsportal des Flughafens einen Nachlass von 50 % auf die reguläre Parkgebühr.
- Kiss & Fly-Zone (Abflugebene – Halten zum Ein- und Aussteigen):
- Regulär gilt in der Vorfahrt eine Freiparkzeit von 7 Minuten (maximal 30 Minuten Gesamtaufenthalt).
- Sonderregelung: Personen mit blauem EU-Parkausweis oder speziellem Parkerleichterungsausweis (orange) können in der Kiss & Fly-Zone bis zu 3 Stunden kostenfrei halten. Wenden Sie sich bei der Ausfahrt über die Rufsäule an der Schranke an das Servicepersonal oder legen Sie den Ausweis in der Parkservicezentrale vor.
- Kurzzeitparkplatz P12 (Ankunftsebene):
- Ebenerdiger Außenparkplatz direkt gegenüber von Ankunft C.
- Keine Höhenbegrenzung bis 3,50 m – ideal für barrierefreie Spezialumbauten und hohe Transportfahrzeuge.
Rollstühle, Mobilitätshilfen und Sicherheitskontrolle
Eigener Rollstuhl oder Rollstuhlservice des Flughafens
- Manueller Rollstuhl: Sie können Ihren eigenen Faltrollstuhl in der Regel bis zum Gate oder unmittelbar an die Flugzeugtür nutzen (Delivery at Aircraft). Dort wird er verladen und nach der Landung wieder an der Flugzeugtür bereitgestellt.
- Elektrischer Rollstuhl: Informieren Sie Ihre Airline frühzeitig über Maße, Gewicht und den verbauten Batterietyp (Trocken-, Gel- oder Lithium-Ionen-Akkus). Vor dem Verladen müssen die Batterien nach den Vorgaben der Airline abgeklemmt und gesichert werden.
- Leihrollstühle: Sollten Sie Ihren Rollstuhl bereits am Sperrgepäckschalter aufgeben wollen, stellt der Mobilitätsdienst Ihnen für die Wege im Terminal einen Leihrollstuhl samt Begleitpersonal zur Verfügung.
Sicherheitskontrolle & Boarding
- Fluggäste mit PRM-Status passieren die Kontrollstellen über eine bevorzugte Kontrollgasse (Fast Lane).
- Das Kontrollpersonal ist für Personen mit Prothesen, Implantaten und Rollstühlen geschult. Auf Wunsch kann die Durchsuchung diskret in einem separaten Raum stattfinden.
- Beim Einsteigen ins Flugzeug erfolgt das Boarding für Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen vor den übrigen Fluggästen (Pre-Boarding), damit Sie in Ruhe Platz nehmen können.
Assistenz- und Blindenhunde
Zertifizierte Assistenz- und Blindenbegleithunde dürfen kostenfrei mit in das Terminal und in die Kabine genommen werden. Bitte melden Sie den Hund vorab bei der Airline an und führen Sie die erforderlichen Nachweise und Impfpässe mit.
Wichtige Telefonnummern & Kontakte am Flughafen Düsseldorf
- Zentrale Information / Kundenservice Flughafen Düsseldorf: Telefon: +49 (0)211 421-0E-Mail: customerservice@dus.com
- Parkservicezentrale DUS (Fragen zu Behindertenparkplätzen & Rabatten): Telefon: +49 (0)211 421-25 500E-Mail: parken@dus.com
- Mobilitätsservice Deutsche Bahn (Fernbahnhof DUS): Telefon: +49 (0)30 65212888 (DB Mobilitätsservice-Zentrale)DB 3-S-Zentrale Düsseldorf: +49 (0)211 1792460
- Medizinische Notfälle am Flughafen: Flughafenfeuerwehr / Notruf: 112 (intern: 2222)



